das Versagen

In das Versagen wird eine krebskranke Mutter aufgrund einer plötzlich eintretenden Erblindung zum Pflegefall. Ihr Sohn, Jari, gibt seinen Job auf und zieht zu ihr. Er lässt seinen Freund Walter sowie sein restliches Leben auf unbestimmte Zeit zurück. Schon bald wird deutlich, dass alle drei der Situation nicht gewachsen sind. Das Warten auf den Tod, die damit verbundene Ungewissheit, schürt Ängste und Frust. Entfremdung tritt ein.

In sehr subjektiver Form, mit offener, mitunter tragikomischer Sprache, beschreibt der Text dieses kollektive Versagen, sowohl das individuelle als auch das gesellschaftliche und stellt den – in Zusammenhang mit der häuslichen Pflege fast schon glorifizierten – Begriff der Lebensqualität zur Diskussion: Worin liegt der Vorzug, wenn der Pflegebedürftige von seinem Umfeld irgendwann nur noch vermittelt bekommt, doch bitte möglichst bald zu sterben?

Daniel Wild | Drei Masken Verlag München

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